Ovarialkarzinom

Informationen

Olaparib (LynparzaTM) wurde vor kurzem von der europäischen Arzneimittelbehörde für die Therapie von rezidivierten, platin-sensitiven und hochgradig-serösen Ovarialkarzinomen (OC) zugelassen. Eine Voraussetzung für die Therapie mit diesem Medikament ist der Nachweis einer Mutation in einem der Gene BRCA1 und BRCA2. Die genetische Diagnostik dafür wird von der CeGaT angeboten. Für die Untersuchung empfehlen wir einen Tumor- zu Normalgewebevergleich.

Genetische Ursache

Die beiden Gene BRCA1 und BRCA2 sind wichtig für die Reparatur von DNA-Schäden. Während bis zu 17 % aller Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom eine Keimbahnmutation in BRCA1 oder BRCA2 tragen, finden sich in etwa 6 % der OC auf den Tumor beschränkte (somatische) Mutationen in einem der beiden Gene. Da auch in sporadischen OC mit einem hohen Anteil von Keimbahnmutationen zu rechnen ist, sollten alle Patientinnen, für die eine Olaparib-Therapie in Frage kommt, eingehend über die möglichen Konsequenzen eines Mutationsnachweises in der Keimbahn aufgeklärt und genetisch beraten werden. Der Nachweis einer Keimbahnmutation bedeutet ein zusätzliches, erhöhtes Tumorrisiko sowie ein Risiko für Nachkommen und Verwandte, selbst auch Mutationsträger zu sein und somit ein erhöhtes Erkrankungsrisiko zu haben.

Vergleichende Sequenzierung

Aufgrund der Heterogenität eines Tumors und um die höchste Sensitivität zu erreichen, ist die Vergleichsanalyse von Tumorgewebe zu Normalgewebe (Blutprobe) wichtig. Dadurch wird eine lückenlose Untersuchung der genetischen Mutationen gewährleistet. Nur mit Hilfe dieses Vergleiches können Keimbahnmutationen sicher von somatischen Mutationen unterschieden werden. Deswegen gehört es bei uns zur Routine, sowohl das Tumorgewebe als auch das Normalgewebe parallel zu untersuchen. Die CeGaT bietet Ihnen vier Untersuchungsoptionen unterschiedlichen Ausmaßes an. Dabei beschränken sich die Optionen 1, 2 und 3 nur auf die Regionen der Gene BRCA1 und BRCA2, während bei Option 4 insgesamt 710 krebsrelevante Gene (inkl. BRCA1 und BRCA2) untersucht werden. In all diesen Genen sind Mutationen bekannt, die zu der Tumorentstehung beitragen können. Dadurch kann eine Therapieentscheidung auf der Grundlage einer umfassenden Charakterisierung des Tumors getroffen werden. Neben der genetischen Untersuchung mittels modernster Sequenziertechnologien gehören auch die Datenauswertung und Interpretation der gefundenen Varianten durch ein Expertenteam aus Bioinformatikern und Humangenetikern zu unserem Service.

Untersuchungsoptionen

Option 1: BRCA1 und BRCA2 Analyse nur im Tumorgewebe

In Option 1 werden nur Mutationen im Tumor analysiert, eine Unterscheidung zwischen Keimbahn- und somatischen Mutationen ist dabei nicht möglich. Diese Option wird von uns nicht empfohlen und wird nur auf ausdrücklichen Wunsch der Patientin durchgeführt.

Option 2: BRCA1 und BRCA2 Analyse nur im Blut

In Option 2 werden nur die Mutationen in der Keimbahn analysiert. Diese Option kommt in Frage, wenn der Tumor der Patientin nicht zugänglich ist.

Option 3: BRCA1 und BRCA2 Analyse im Tumorgewebe und Normalgewebe (Blut)

In Option 3 erfolgt eine umfassende Analyse der somatischen Mutationen und Keimbahnmutationen der Gene BRCA1 und BRCA2. Durch den Vergleich von Tumor- zu Normal-DNA wird die höchste Sensitivität und Spezifität erreicht.

Option 4: Somatisches Tumor-Panel

In Option 4 erfolgt eine umfassende Analyse der somatischen Mutationen und Keimbahnmutationen in 710 krebsrelevanten Genen. Neben der Beurteilung einer Therapieantwort auf Olaparib können hier gegebenenfalls weitere Therapieoptionen ermittelt werden.

Sequenzierung

Um einen möglichst hohen Tumorgehalt in der DNA aus der Tumorprobe sicherzustellen wird gegebenenfalls eine Makrodissektion durchgeführt. Die Anreicherung der kodierenden Bereiche sowie der angrenzenden Intronbereiche erfolgt mit einer hocheffizienten Hybridisierungs-Strategie. Die Hochdurchsatz-Sequenzierung wird auf der Illumina Plattform durchgeführt. Zusätzlich zur Sequenzierung werden bei den Optionen 2 und 3 die Gene BRCA1 und BRCA2 mittels Multiplex Ligation-dependent Probe Amplification (MLPA) auf Deletionen und Duplikationen in der Keimbahn untersucht. Bei Option 4 kann auch das Tumorgewebe mittels array Comparative Genomic Hybridization (aCGH) auf Deletionen und Duplikationen untersucht werden.

Bioinformatik

Die gewonnenen Sequenzierdaten werden bioinformatisch mit dem humanen Referenzgenom (hg19) abgeglichen und Veränderungen (SNPs, SNVs, kleinen Deletionen und Insertionen) detektiert. Diese Varianten werden mit Informationen aus internen und externen Datenbanken annotiert. Bei den Optionen 3 und 4 führt der Vergleich der gefundenen Varianten im Tumor und im Normalgewebe zu einer eindeutigen Unterscheidung zwischen Keimbahnvarianten und tumoreigenen somatischen Mutationen. Die gefundenen Varianten werden von unseren Experten medizinisch interpretiert und befundet.

Probenmaterial
  • Tumorgewebe (FFPE oder tiefgefroren) oder Tumor-DNA (1 µg DNA)
  • DNA oder Blut der Patientin (5 µg DNA oder 5-10 ml EDTA-Blut)
  • CeGaT Einsendeformular inkl. schriftliche Einverständniserklärung
Untersuchungsdauer

10-12 Arbeitstage für die Optionen 1-3
20 Arbeitstage für die Option 4

Kriterien des Brustkrebs-Konsortiums

Bei den folgenden Familienkonstellationen ist eine genetische Testung der Gene BRCA1 und BRCA2 indiziert. Die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Mutation beträgt bei diesen Konstellationen über 10 %.

Familien mit:

  • mindestens zwei an Brustkrebs erkrankten Frauen, davon eine mit einem Ersterkrankungsalter vor dem 51. Lebensjahr
  • mindestens einer an Brustkrebs erkrankten Frau und mindestens einer an Eierstockkrebs erkrankten Frau oder einer an Brust- und Eierstockkrebs erkrankten Frau
  • mindestens zwei an Eierstockkrebs erkrankten Frauen
  • mindestens einer an beidseitigem Brustkrebs erkrankten Frau, deren Ersterkrankung vor dem 51. Lebensjahr diagnostiziert wurde
  • mindestens einer an Brustkrebs erkrankten Frau vor dem 36. Lebensjahr
  • mindestens einem an Brustkrebs erkrankten Mann und zusätzlich einer an Brust –oder Eierstockkrebs erkrankten Person
  • mindestens drei an Brustkrebs erkrankten Frauen unabhängig vom Ersterkrankungsalter